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Warum brauchen Sportclubs eine eigene digitale Infrastruktur?

Warum Sportclubs eine eigene digitale Infrastruktur aus Web und App brauchen und Social Media nur eine Litfaßsäule sein darf. Mit Zahlen zu First-Party-Daten.
Eigene digitale Infrastruktur für Sportclubs: Litfaßsäule mit GET-Raumdeuter-Werbung neben einem Smartphone mit der App eines Stadion auf der die Raumdeuter-Software zu sehen ist vor einem Stadion.

Eine eigene digitale Infrastruktur aus Web und App ist für Sportclubs die einzige Basis, auf der sie Fandaten vernetzen, Fans wirklich kennen und eigene Produkte gezielt verkaufen können. Social Media liefert Reichweite, aber keine Datenhoheit. Studien von Google und BCG zeigen: Unternehmen, die eigene Daten konsequent nutzen, erzielen bis zu 2,9-mal höheren Umsatz-Uplift. Für Clubs heißt das: Wer die Fanbeziehung besitzt, verdient mehr pro Fan und wird unabhängig vom Algorithmus.

Warum Social Media nur eine Litfaßsäule sein darf

Social Media ist zum Gesehenwerden da, nicht zum Besitzen der Beziehung. Eine Litfaßsäule steht an einem belebten Platz, viele laufen vorbei, manche bleiben stehen. Aber die Säule gehört der Stadt, nicht euch. Genau so verhält es sich mit Instagram, TikTok und Co.

Der Grund ist struktureller Natur. Auf Instagram ist die organische Reichweite von rund 10 bis 15 Prozent der Follower im Jahr 2020 auf heute nur noch 2 bis 3 Prozent gefallen, ein Rückgang von über 75 Prozent. Eine Analyse von fast zwei Millionen Marken-Posts zeigte allein für 2025 einen weiteren Einbruch um 30 bis 40 Prozent, über alle Formate hinweg. Anders gesagt: Mehr als 96 Prozent der Fans einer Seite sehen einen Beitrag oft nie, ohne dass dafür bezahlt wird. Auf TikTok ist die Lage nicht besser, nur anders. Dort stammen inzwischen über 70 Prozent des Marken-Traffics aus dem For-You-Feed und nicht von den eigenen Followern. Der Verein besitzt seine Reichweite dort also gar nicht, sie hängt vollständig am Algorithmus. Was einst weitgehend kostenlose Sichtbarkeit war, ist heute ein Pay-to-Play-Modell, und ein Verein, der seine Fans nur über diese Kanäle erreicht, kann über Nacht die Hälfte seiner Sichtbarkeit verlieren, ohne Vorwarnung.

Fachleute nennen das eine „gemietete Zielgruppe“. Die Plattform sitzt zwischen euch und dem Fan, kontrolliert den Zugang und behält die wertvollsten Informationen für sich: wer dieser Fan eigentlich ist. Jede Interaktion macht die Plattform schlauer, nicht den Verein.

Warum entsteht echte Datenstärke nur auf eigener Infrastruktur?

Eine belastbare Datenstruktur entsteht nur dort, wo der Verein die Umgebung kontrolliert: auf der eigenen Website und in der eigenen App. Nur hier lassen sich Interaktionen einem konkreten, bekannten Fan zuordnen, statt anonymer Follower-Zahlen in einem fremden Dashboard.

Der entscheidende Punkt ist nicht das Sammeln, sondern das Vernetzen. Genau daran scheitern die meisten. Laut BCG können weniger als 33 Prozent der Unternehmen ihre Daten überhaupt kanalübergreifend zusammenführen, und nur 1 bis 2 Prozent liefern daraus eine wirklich vernetzte Erfahrung. Wer Ticketing, Fanshop, Newsletter und Community getrennt betreibt, hat viele Datentöpfe, aber kein Bild vom einzelnen Fan.

Auf eigener Infrastruktur verschmelzen diese Töpfe zu einem einzigen Fanprofil. Der FC Bayern nennt das intern seinen „Golden Fan Record“: ein einheitliches Profil pro Fan, gespeist aus dutzenden Quellen. Das Gegenbeispiel liefert die viel beachtete Partnerschaft zwischen dem FC Barcelona und Spotify: Millionen Follower, aber ohne zugängliche, nutzbare Fandaten bleibt diese Reichweite schwer in echtes Engagement oder Umsatz übersetzbar. Reichweite ist eben nicht gleich Beziehung.

Zitat: „Reichweite lässt sich mieten. Eine Fanbeziehung muss man besitzen und besitzen kann man sie nur auf einer eigenen digitalen Infrastruktur.“

Wie führt eigene Infrastruktur zu höherem Upselling?

Wer seine Fans namentlich kennt und ihre Interessen versteht, kann eigene Produkte gezielt statt zufällig verkaufen. Aus einem anonymen Follower wird ein bekannter Mensch mit Vorlieben, und aus einer Streuwerbung wird ein passendes Angebot.

Die Zahlen sind eindeutig. Die Google/BCG-Studie belegt einen Umsatz-Uplift von bis zu 2,9-mal durch den konsequenten Einsatz eigener Daten. McKinsey beziffert die Verbesserung beim Return on Ad Spend auf bis zu 40 Prozent. Für einen Verein bedeutet das konkret: gezielte Mitgliedschaftsangebote statt Gießkanne, passende Fanshop-Empfehlungen statt Standardnewsletter, und Sponsorenpakete, die mit echten Fanprofilen hinterlegt sind statt mit vagen Reichweiten.

Bei unseren eigenen Kundenprojekten sehen wir diesen Effekt bestätigt: eine 2,7-mal höhere Sales-Conversion im Vergleich zu klassischen Kanälen und eine Antwortquote von 40 Prozent auf die Fragen unserer Engine. Voraussetzung ist immer, dass die Fans einen guten Grund bekommen, sich zu zeigen. Das funktioniert, denn laut BCG sind 90 Prozent der Menschen bereit, ihre Daten zu teilen, wenn sie einen klaren Gegenwert erhalten.

Was bedeutet Unabhängigkeit konkret für einen Verein?

Unabhängigkeit heißt, dass die wertvollste Beziehung des Vereins niemandem sonst gehört. Wenn morgen eine Plattform ihre Regeln ändert, ihre Preise erhöht oder an Relevanz verliert, betrifft das einen Verein mit eigener Infrastruktur kaum. Seine Fans erreicht er weiterhin direkt.

Das ist kein theoretisches Risiko. Marken, die den großen Facebook-Reichweiten-Einbruch überstanden haben, waren jene, die parallel eigene, direkte Kanäle aufgebaut hatten. Die anderen mussten zusehen, wie ihre mühsam aufgebaute Sichtbarkeit über Nacht verfiel. Für einen Sportverein, dessen Fanbindung über Generationen reicht, wäre es fahrlässig, diese Beziehung dauerhaft an einen Dritten zu delegieren.

Social Media behält dabei seinen Platz, nur eben den richtigen: als Litfaßsäule für Sichtbarkeit und Entdeckung. Der Weg führt von dort auf die eigene Infrastruktur, wo aus dem anonymen Kontakt eine echte, dauerhafte und eigene Beziehung wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine eigene digitale Infrastruktur aus Web und App ist die einzige Basis, auf der Sportclubs Fandaten vernetzen und Fans wirklich kennen können.
  • Social Media sollte die Rolle einer Litfaßsäule einnehmen: gut für Sichtbarkeit, ungeeignet, um die Fanbeziehung zu besitzen.
  • Die organische Reichweite auf sozialen Plattformen ist seit ihren Anfängen um geschätzt 85 bis 95 Prozent gesunken.
  • Der eigentliche Hebel ist das Vernetzen der Daten, nicht das Sammeln: Nur 1 bis 2 Prozent der Unternehmen schaffen eine wirklich kanalübergreifende Sicht.
  • Eigene Daten steigern den Umsatz messbar: bis zu 2,9-mal höherer Uplift laut Google und BCG, bei Raumdeuter-Projekten eine 2,7-mal höhere Sales-Conversion.

Die Frage für Vereine lautet nicht, ob sie auf Social Media präsent sein sollen, sondern wohin sie ihre Fans von dort aus führen. Wer die Beziehung auf eigener Infrastruktur aufbaut, gewinnt Datenhoheit, höheres Upselling und Unabhängigkeit zugleich.

Was ist eine eigene digitale Infrastruktur für Sportclubs?

Eine eigene digitale Infrastruktur besteht aus vereinseigenen Kanälen wie Website und App, über die ein Club direkt mit seinen Fans interagiert. Anders als auf Social Media gehören dem Verein hier die Daten, die Beziehung und der direkte Kommunikationsweg, unabhängig von fremden Algorithmen.

Sollten Sportclubs Social Media komplett aufgeben?

Nein. Social Media bleibt wichtig für Sichtbarkeit und das Entdecken neuer Fans, wie eine Litfaßsäule an einem belebten Platz. Der Fehler ist, die Fanbeziehung ausschließlich dort zu führen. Sinnvoll ist, Fans über Social Media zu erreichen und sie dann auf die eigene Infrastruktur zu holen.

Warum sind First-Party-Daten für Vereine so wertvoll?

First-Party-Daten sind Informationen, die Fans dem Verein direkt und mit Zustimmung geben. Sie erlauben personalisierte Angebote ohne Streuverluste und Algorithmus-Risiko. Laut Google und BCG erzielen Organisationen, die eigene Daten konsequent nutzen, bis zu 2,9-mal höheren Umsatz-Uplift.

Wie führt eigene Infrastruktur zu mehr Umsatz?

Wer Fans namentlich kennt, kann Mitgliedschaften, Fanshop-Produkte und Sponsorenangebote gezielt statt zufällig ausspielen. Entscheidend ist die Vernetzung der Daten zu einem einzigen Fanprofil. Genau daran scheitern die meisten: Nur 1 bis 2 Prozent der Unternehmen schaffen eine wirklich kanalübergreifende Sicht

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Leon Piotrowski, Co-Founder von Raumdeuter

Über den Autor

Leon Piotrowski

Co-Founder von Raumdeuter. War selbst aktiver Spieler beim 1. FC Union Berlin, forschte an der Universität Leipzig und arbeitete beim DFB im Nachhaltigkeitsmanagement.

Raumdeuter ist die Fan-Community-Plattform für Sportclubs: Fans aktivieren, eigene Fan-Daten aufbauen und mehr Umsatz aus Mitgliedschaft, Fanshop und Sponsoring – DSGVO-konform. Erprobt mit Vereinen wie BSG Chemie Leipzig und SGS Essen.

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